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Heimische Rohstoffe für zukunftsträchtige Heiztechnologie

(Sonthofen) BHS Getriebe GmbH nimmt mit symbolischer Befeuerung moderne Holzhackschnitzelanlage in Betrieb. Über einen Wärmeliefe-rungsvertrag mit der SÜDWÄRME AG, Unterschleißheim und Einbindung weiterer BIO-NET-Partner beschreitet der Weltmarktführer bei Turboge-trieben einen innovativen Weg, der auch die heimische Wirtschaft stärkt und die Umwelt schont.

Unternehmerische Verantwortung bezieht sich nach dem Verständnis der Geschäftsführung der BHS Getriebe GmbH nicht nur auf eine zukunftsfähige Ausrichtung der Firma oder den Erhalt der Arbeitsplätze am Standort Sonthofen, sondern auch auf die Umweltfreundlichkeit von Prozessen und einen effizienten Betrieb. So wurde mit der Inbetriebnahme einer Heizkesselanlage, primär auf Basis von Holzhackschnitzeln, der Wechsel von fossilen zu nachwachsenden Brennstoffen vollzogen. Das Investitionsvolumen der Anlage, bestehend aus Anlagentechnik, Nahwärmenetz mit Rohrleitungen, Regelung, Wärmeüberga-bestationen und Lufterhitzern beträgt mehr als 1 Million Euro. Ein weiterer

Baustein eines umfangreichen Paketes zur Schonung der Umwelt ist damit reali-siert. Bei der symbolischen Befeuerung, an der auch der Oberallgäuer Landrat Gebhart Kaiser sowie Sonthofens Erster Bürgermeister Hubert Buhl teilnahmen, wurde von der Geschäftsführung der BHS Getriebe GmbH auch die Patenschaft für den Spielplatz im Sonthofer Tannachwäldchen übernommen. Kinder des Kindergarten Nord nahmen hierfür einen Scheck über 4.000 Euro entgegen, mit dem der Ausbau des Waldspielplatzes mitfinanziert werden soll.

Innovativ ist neben der verbauten Technik auch das Betreibermodell für die voll fernüberwachte Heizungsanlage, da hier BHS Getriebe einen Wärmeliefe-rungsvertrag mit dem Contractor SÜDWÄRME AG, Unterschleißheim mit fester Laufzeit abschloss, über den neben einem jährlichen Grundpreis ein Arbeits-preis für die tatsächlich abgenommene Wärmeenergie.bezahlt wird. Auch um den Betrieb und die Wartung sowie die Lieferung der Hackschnitzel braucht sich das Unternehmen nicht kümmern. Der Zusammenschluss von weiteren Partnern, das BiomasseEnergieNetzwerk (BIO-NET), zeichnet hierfür verant-wortlich. Im Falle von BHS Getriebe sind dies die Firmen Gaiser Gebäudetech-nik, Ulm für Planung, Bau und Betrieb der Heizungsanlage sowie die Kooperationspartner Biomassehof Allgäu für die Lieferung der Holzhackschnitzel und der Zweckverband für Abfallwirtschaft (ZAK), Kempten für die Wartung der Heizungsanlage.
Das Konzept der Heizanlage ist auf Kunden wie BHS Getriebe maßgeschneidert worden. Der Anlagennutzungsgrad liegt im Jahresdurchschnitt bei ausgezeichneten 80%.
BHS Getriebe hat einen Gesamtwärmebedarf von rund 2,1 Millionen Kilowattstunden und deckt diesen im Moment mit durchschnittlich 2 Containern Hackschnitzeln pro Woche á 35 Schüttkubikmetern. Pro Jahr werden so rund 90 Container oder 800 Tonnen verbraucht. Nur bei extrem kalter Witterung unter-stützt den 550 kW Brenner der Hackschnitzelanlage ein mit Öl betriebenes Aggregat. Das verfeuerte Hackgut ersetzt rund 225.000 Liter Heizöl und vermeidet damit Jahr für Jahr bei optimalem Betriebe etwa 608 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Gemäß der Bundeswaldagentur werden in Bayern über Hackschnitzel-heizungen jährlich schon 3,2 Millionen Tonnen CO2.Ausstoß vermieden.

Die vom Biomassehof Allgäu gelieferten Hackschnitzel werden durch die Abwärme einer Biogasanlage auf den sehr geringen Feuchtigkeitsgehalt von 20-35% getrocknet, was bei der Verfeuerung zu nur geringer Rauchentwicklung führt. Der Biomassehof Allgäu koordiniert ferner den kompletten Prozess von der Holzbeschaffung über die Aufbereitung, Trocknung, Lagerung und Transport des Brennstoffes. Positiver Nebeneffekt für die Region und Umwelt: Die Hackschnitzel stammen überwiegend aus Allgäuer Wäldern, so daß Transportwege und Treibstoffverbrauch gering bleiben. Die in der Anlage erzeugte Wärme wird mittels einem neu installierten, erdverlegten und mehr als 200m langen Nahwärmenetzes an die Gebäudeanschlusspunkte gebracht. Von dort erfolgt die Wärmeverteilung über entsprechende Wärmeübergabestationen an die einzelnen Versorgungskreise.
Dass in Bayern noch erheblicher Nachholbedarf an Holzhackschnitzelheizungen besteht, belegt eine Zahl aus Österreich, wo bereits vor 10 Jahren mehr als 12% des Energiebedarfs durch Holz gedeckt wurde,

7 000 Hackschnitzelanlagen in Betrieb waren und mehr als 22 000 Arbeitsplätze bereits damals davon abhingen. Gemäß einer Studie des österreichischen Dachverbandes Energie-Klima von Anfang 2006 könnten dort ‚Erneuerbare Energien' in Kombination mit thermischer Sanierung 70 Prozent des Wärme- und Kühlenergiebedarfs der Haushalte bis 2020 abdecken. Die Studie belegt ferner, dass sich jene Tech-nologien, die zum Schutz der Ressourcen und des Klimas beitragen, innerhalb weniger Jahre zu einer Zukunftsbranche entwickelt haben und 70% des Umsatzes der Ökoenergietechnik in Österreich verbleiben.

 


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