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BHS-Azubis bauen Biegemaschine

Sonthofen - Als weltweit einmalig darf die Maschine gelten, die in den vergangen sechs Monaten im Sonthofer Unternehmen "BHS Getriebe" entstanden ist und jetzt der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieser "Biegemaschine für Federringe". Denn den kompletten Auftrag von der Ideenfindung bis zur Montage haben Azubis abgewickelt. "Eine echte Herausforderung", bilanziert der angehende Industriemechaniker und Projektleiter Huber Rapp (18).

 

Eine Biegemaschine für Federringe (das sind kreisförmige gebogene Drähte unterschiedlicher Durchmesser) gab es schon vorher im Betrieb. Doch bislang mussten die vorgeformten Ringe mühsam von Hand in mehreren Arbeitsgängen auf den gewünschten Umfang gebracht werden. Deshalb entstand in der Fertigung der Wunsch nach einer verbesserten Handhabung.
Die Vorgaben für die Projektarbeit der elf Auszubildenden im zweiten Lehrjahr waren den dann auch sehr präzise: So sollte zum Beispiel ein Elektromotor die anstrengende manuelle Kurbelei übernehmen, die Maschine sollte außerdem die Fertigung von Federringen unterschiedlicher Durchmesser und vor allem in einem Arbeitsgang ermöglichen. Ein Auftrag, der keine "bahnbrechende Erfindung" erforderlich machte, so Ausbildungsleiter Gottfried Scholl,

aber dennoch eine "solide Abwicklung" unter möglichst praxisnahen Bedingungen.
Anfang Januar setzten sich die zehn jungen Männer verschiedener Ausbildungsberufe und die künftige Industriekauffrau Anja Socher zusammen und begannen mit der Planung. Zunächst waren die Fertigkeiten des technischen Zeichners Martin Gruber (18) gefragt. Er schätzte die "große Verantwortung" der Aufgabe und stellte bald fest, wie wichtig die millimetergenaue Abstimmung der Toleranzen von Einzelteilen war: "Ich habe sehr viel gelernt".
Seppi Nußbaumer (17), der mit seinen Kollegen Michael Bröll, Michael Hefele und Sascha Weber als Zerspanungsmechaniker für die Fertigung verantwortlich war, hat besonders die Teamarbeit gut gefallen. Das freut wiederum Geschäftsführer Dieter Groher, der vom Nachwuchs "Spaß an der Arbeit und Kommunikationsfähigkeit" erwartet.
"Das kann man vorher nicht üben", stellte Hubert Rapp fest, der mit Stefan Seifert und Alexander Bittner für die Montage zuständig war. Und Markus Martin (19), der mit seinem Kollegen Sebastian Gschwend die Elektronik übernommen hatte, staunte während der Produktionsphase über "das was man schon kann".
Knapp 2000 Stunden haben die jungen Leute in die Projektarbeit investiert, die seit 1994 fester Bestandteil des Ausbildungsprogrammes bei BHS Getriebe ist: "Unser Zuckerl", lächelt Gottfried Scholl. Rund 68.000 Euro hat die neue Biegemaschine inklusive Arbeitszeit gekostet. Doch die hohen Ausgaben sollen sich dennoch lohnen. Denn jeden Monat spart der Betrieb nun dank der neuen Technik rund 300 Euro ein.

 

 

 

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