Gespeicherte Sonnenenergie für die neue Wärmeversorgung von BHS Getriebe
(Sonthofen) Am 26. Juni 2006 erfolgte der Spatenstich für das neue „Energiezentrum“ mit Biomasse-Holzkesselanlage der BHS Getriebe GmbH. Die BHS Getriebe GmbH realisiert mit der Holz-Hackschnitzelheizung eine weitere Maßnahme ihres umfangreichen Paketes zur Schonung der Umwelt. Mit dieser Art der Holzfeuerung wurde nicht nur eine der modernsten und zukunftsweisendsten Technologien gewählt, es wird auch beim Betrieb der Anlage ein besonders fortschrittlicher Weg beschritten. Der komplette eigenverantwortliche Anlagenbetrieb der neuen Heizanlage wurde an einen Energiedienstleister bzw. Contractor übertragen.

Als Generalunternehmer übernimmt die Firma Gaiser aus Ulm mit ihrem Partner, Firma Südwärme Gesellschaft für Energielieferung AG aus Unterschleißheim, neben der kompletten Erstellung des Bauwerks auch die Installation
der Wärmeerzeugungsanlage einschließlich Nahwärmenetz. Darüberhinaus zeichnet dieses Unternehmen für den Betrieb der modernen Biomasse-Heizanlage gegenüber BHS Getriebe verantwortlich und sorgt unter anderem für die Beschaffung des Brennstoffs. Im Endausbau werden circa 85 % des Jahresnutzwärmebedarfs von 2.125.000 kWh pro Jahr über Biomasse Holz abgedeckt. Zur Erzeugung dieser Wärmemenge
werden jährlich 800 Tonnen Holz-
Hackschnitzel (rund 3.100 Schütt-
kubikmeter) eingesetzt. Die Holzlieferung erfolgt über einen regionalen BioEnergie Partner, den Biomassehof Allgäu GmbH aus Kempten. Der größte Teil der benötigten Holzmenge, rund 90 %, stammt unmittelbar aus dem regionalen Allgäuer Wald. Die Restmenge setzt sich überwiegend aus Sägerestholz zusammen. Zum Einsatz kommt ausschließlich unbehandeltes, naturbelassenes Holz.
Da bundesweit pro Jahr rund 20 Millionen Kubikmeter Holz, dies entspricht in etwa 3,75 Milliarden Liter Heizöl, in den Wäldern liegen bleiben, sehen viele Waldbesitzer in der Belieferung von Heizwerken mit Biomasse ein ausbaufähiges Geschäft.
Die Hauptaufgabe eines Energiedienstleisters wie Gaiser besteht jedoch darin, stets für einen zuverlässigen und optimalen Betrieb der Biomasseanlage des Vertragspartners zu sorgen. Dafür müssen Kessel und Transport-einrichtungen regelmäßig gewartet, defekte Bauteile ausgetauscht und alle wichtigen Betriebsdaten optimiert sowie Störungen überwacht und zügig behoben werden. Dies geschieht mit Hilfe einer modernen Gebäudeautomationstechnik, die mittels Fernüberwachung an die Leitzentrale des Contractors angeschlossen ist.
Die BHS Getriebe GmbH als Wärmeabnehmer bezahlt für all diese Leistungen neben einem festen Grundpreis nur noch die tatsächlich abgenommene Wärmeenergie. Der Dienstleister steht somit im eigenen Interesse in der Pflicht, für einen möglichst wirtschaftlichen und damit auch umweltfreundlichen Anlagen-betrieb zu sorgen.
Nur so kann gewährleistet werden, dass der Holzkessel mit einer Gesamtleistung von maximal 550 kW möglichst hohe Laufzeiten hat und auch wirklich 85 % des jährlichen Nutzwärmebedarfs über die CO2-neutrale Biomasseheizung abgedeckt werden. Als Spitzenlast- und Redundanzkessel steht ein Ölkessel mit einer Leistung von 1.400 kW zur Verfügung.
Beim optimalen Betrieb der Anlage werden gegenüber herkömmlichen Technologien 86 % bzw. 608 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden. Die Holzhackschnitzel ersetzen dabei rund 225.000 Liter Heizöl, was einem Heizwärmebedarf von ca. 120 neuen Einfamilienhäusern entspricht.
Wärmelieferungsvertrag
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